Katharina Kreye
Foto: Johannes Simon, Süddeutsche Zeitung

"... Auf meinem Schreibtisch liegt schon eine ganze Weile eine kleine 10x10 Zentimeter große Schwarz Weiss Fotografie, die sich behauptet hat in meinem Sammelsurium von Dingen die das Besondere haben.
Ein Landschaftsbild vom Starnberger See mit einer vorzeitlichen Lochbild Kamera aufgenommen zeigt einen Weg mit See und Nebel im Gegenlicht
Es vermittelt das Einfache, die Kraft des Lokalen mit dem besonderen bayrischen Licht.
Als Architekt und fotografischer Laie verbindet mich die Beschäftigung mit dem Ort mit dir und ich habe deiner Arbeit die Überschrift :
Einblicke Fotoblicke Orte und Geschichten gegeben
Mit dem Mittel der Fotografie bringst du Menschen und ihre Geschichten die mit einem bestimmten Ort zu tun haben in Verbindung
In unserer hoch zivilisierten globalen Welt erzählen deine Geschichten vom Bezug zum Lokalen, von Orten, dem Verorten durch persönliches Erleben.
Für Jeden gibt es einen Ort mit einer besonderen Geschichte ..."

Laudatio von Stephan Maria Lang anlässlich der Verleihung des Kulturpreises des Landkreises Starnberg 2010 für Fotokunst an Katharina Kreye

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"... Katharina Kreye aus Starnberg. Die „Berufs-Portraitistin“ begegnete Helmut Hager zum ersten Mal beim Besuch der Ausstellung des Altmeisters der englischen Photographie, George Todd, im Otto-Hellmeier-Haus. Rasch war genügend Gesprächsstoff gefunden. Und nun ist sie hier mit einer ganz ungewöhnlichen Idee: denn sie hat als Beitrag zum Gelingen dieser Ausstellung ihre Künstlerkollegen portraitiert.
Bereits als Jugendliche verzog sie sich lieber in ihre eigene Dunkelkammer statt auf Partys abzutanzen.
Ihre Liste portraitierter Persönlichkeiten aus Philosophie, Musik, Theater, öffentlichem Leben ist genauso stattlich wie bemerkenswert. Ob Jürgen Habermaas oder Cem Özdemir, ob Reinhold Messner, Wladimir Klitschko, Ulrich Tukur oder Marianne Sägebrecht, sie alle haben sich Katharina Kreye anvertraut. Was die Kulturpreis-Trägerin für Fotokunst des Landkreises Starnberg an ihrer Arbeit reizt, ist das im Bild stehende Gespräch, das zwischen dem Motiv Mensch und ihr selber entsteht.
Katharina Kreye, die Dialogfinderin, macht keine Schnappschüsse. Bewusst sind die Treffen, bewusst sind die Anordnungen, die Ortswahl. Und es geht auch nicht mit jedem, hat sie festgestellt. Der Austausch muss fließen, sonst entsteht kein Bild. „Aha, so siehst Du mich, ist ja erstaunlich“ hat sie mehr als einmal gehört. Oft entdeckt dann der Abgebildete ganz neue Seiten an sich selbst durch die Perspektive von Katharina Kreye. Dazu braucht es Mut auf beiden Seiten, Dialogbereitschaft, Offenheit.
„Das Bild ist die einzige Ordnung in mir“ hat sie mir lachend gestanden, als wir uns zur Vorbereitung auf den heutigen Abend begegnet sind.
Neu für die unprätentiöse Künstlerin ist in diesem Jahr ihre Arbeit als Kuratorin der mit großem Erfolg angenommenen Ausstellungen in der Schalterhalle im historischen Bahnhof Starnberg am See. Unversehens ist sie da „auf die andere Seite“ gerutscht, wird zu Kunstvermittlerin statt Macherin. „Da hole ich mir quasi die Konkurrenz ins Haus und das macht richtig großen Spaß.“ Auf ihr nächstes eigenes Projekt im November mit „Selbstbildnissen“ ist sie natürlich selber schon ganz gespannt. Mein Tipp: machen Sie sich ruhig schon einmal eine kleine Notiz in Ihren Kalender – die Gelegenheit für einen kleinen Abstecher nach Starnberg wird dann so günstig wie noch nie …"

Laudatio von Dorothe Fleege, Kulturjournalistin anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Augustinum, Diessen, 2013

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„ …In den Steinen dieses Bahnhofs haben sich Geschichten eingeschrieben, Gesichter eingezeichnet. Wir sehen hier eine Reihe repräsentativer Gesichter: in den Aufnahmen von Katharina Kreye in einer Klarheit, die fast schon bissl weh tut. …Und was wir hier an künstlerischer Gestaltung sehen, gewinnt in seinen Bezügen seine zusätzliche, wenn nicht eigentliche Bedeutung: Sie geben dem Saal etwas zurück, was er einmal war- und fügen ihm etwas Neues hinzu: er wird zum Kulturbahnhof, zumindest zu einem Hoffnungsschimmer davon, sala de esperanca...“

Eröffnungsrede von Gerd Holzheimer anlässlich der Ausstellung „Warum Starnberg “, Kulturbahnhof Starnberg, ehemalige Schalterhalle, 13. September 2012